"Gemerkt haben sie alle was: Diese schwere Last, die Mechthilds Leben beschwerte und schier erdrückte, war diffus spürbar für ihre Freundinnen, ihre Schulkameradinnen, ihre Nachbarin, ihre Schwestern, den Sohn. Doch nur dieser Sohn, der Dokumentarfilmer Jan Schmitt, stellt Fragen (...) So viel Privates aufzudecken, offen zu benennen und zu zeigen, ist mutig. Aber das Private ist eben auch exemplarisch: 300.000 Kinder werden nach Schätzung des Bundeskriminalamtes jährlich in Deutschland missbraucht. Schmitt zeigt ein Beispiel, aber er verweist auch auf das Geflecht von Verschweigen und Vertuschen, das so lange überall funktioniert, bis es einer durchbricht. Für Mechthild kommt der Film zu spät. Dennoch ist er notwendig."
Badische Zeitung
"Für Mechthild kommt das Gesetz zu spät. Ihr Sohn aber möchte sie bald erleben, die längst überfällige Aufhebung der Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch. Mit seinem Film kämpft er dafür. Das ist er seiner Mutter schuldig".
Kulturzeit 3sat
"Schmitts Mutter wählte den Freitod. Aber sie war nicht frei. Sie war getrieben von ihrer Vergangenheit. Der bewegende Dokumentarfilm ihres Sohnes zeigt den Schmerz, an dem sie Zeit ihres Lebens litt, und ist zugleich ein eindringliche Plädoyer hin zu schauen."
Aspekte ZDF
"Der Film ist aber nicht nur hart und grausam, er hat auch eine große Poesie. Zart und leise erzählt Jan Schmitt die Geschichte."
Die Rheinpfalz
"Ich habe keine Ahnung, ob das Thema überhaupt interessiert", hatte Schmitt vor der Bremerhavener Uraufführung seines Films "Wenn einer von uns stirbt, geh' ich nach Paris" noch gesagt. Dann rissen sich über 1000 Zuschauer im Kommunalen Kino um die Tickets. Und das nicht etwa, weil ein Teil des Films in Bremerhaven spielt, sondern weil Schmitt mit einem Tabu gebrochen hatte."
Nordsee-Zeitung
"Nachdem Jan Schmitt seinen Dokumentarfilm „Wenn einer von uns stirbt, geh’ ich nach Paris“ 2007 fertiggestellt hatte, war kein Filmverleih an einer Zusammenarbeit interessiert, Filmfestivals wollten ihn nicht zeigen: zu schwere Kost, winkten sie ab. Drei Jahre und viele Missbrauchsskandale später, „ist das Thema in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen“, so der Regisseur beim Gespräch in der Filmgalerie in Regensburg."
Mittelbayerische Zeitung
"Eine furchtbare Geschichte. Jan Schmitt erzählt
sie in seinem Film ebenso eindringlich wie zurückhaltend.
Oft lässt er Freundinnen seiner Mutter und Familien-angehörige
zu Wort kommen. Gesichter in Großauf-nahme. Hilfesuchend.
Ohne Antwort auf die Frage "warum?". Nach dem Abspann
war es minutenlang ganz still; dann brachen die Wut, das Entsetzen
und die Fassungslosigkeit aus dem Publikum heraus. Viel hat sich
aufgestaut in den letzten Monaten, in denen ein Missbrauch nach
dem anderen aufgedeckt wurde. In unverantwortlicher Weise habe
die katholische Kirche verschwiegen, vertuscht und verharmlost,
empörten sich die Zuschauer im Gloria-Kino in Heidelberg.
"Die Reaktionen sind aggressiver, rigoroser geworden",
beobachtet Filmemacher Jan Schmitt. 2008 hat er seinen Film erstmals
in Berliner Programmkinos gezeigt. Das war lang vor den Enthüllungen
am Jesuitenkolleg. "Vielleicht habe ich dazu beigetragen,
dass diese Verbrechen ans Licht kommen."
Rhein-Neckar-Zeitung
"Ein schmerzhafter Film. Ein Sohn wird
vom Selbstmord seiner Mutter völlig überrascht, spürt
den möglichen Gründen nach und entdeckt eine schreckliche
Familiengeschichte um Missbrauch, Gewalt, Vertuschung, Schuldgefühle
und eine lebenslange Todessehnsucht, die schließlich stärker
wurde als alles andere. (...) Obwohl ein Film kaum persönlicher
sein könnte, erzählt Schmitt mit Ruhe und so viel Abstand,
wie ihm möglich. Die Gescheh-nisse sind so ungeheuerlich,
dass sich jede Dramatisierung verbietet."
Saarbrücker Zeitung
"Der Schlüsselfilm zum aktuellen Thema
sexueller Missbrauch und Kirche."
meinesuedstadt.de
"Wenn einer von uns stirbt" ist ein sehr
berührender Film geworden; ein zärtlicher Film mit zurückhal-tenden
Bildern, der versucht, das Leiden der Mutter zu verstehen, aber
zugleich vor allzu groben Erklärungen zurückschreckt.
Ihre Sehnsucht nach dem Tod bleibt bis zum Schluss auch Geheimnis,
ebenso wie ihre Sehnsucht nach einem Leben weit weg von allem.
Symbolisiert wird das eine von Böcklins hypnotischem Gemälde
„Die Toteninsel“, das andere von einem Scherz, den
Mechthild und ihr geliebter zweiter Ehemann miteinander teilten:
„Wenn einer von uns stirbt, geh ich nach Paris.“
programmkino.de
"Ein beeindruckend ehrlicher Film über
familiäre Abgründe".
Cinema
"Ein Film wie ein Hilfeschrei nach Glück
und Geborgenheit und unabdingbar als Mahnmal gegen Kindsmissbrauch
in all seinen furchtbaren Formen." Kino.de
"Der Film deckt schonungslos familiäres
und gemeinschaftliches Versagen auf und weist noch einmal auf
die tabuisierten sexuellen Übergriffe katholischer Priester
hin."
Filmstarts.de
"Der Film zieht den Zuschauer unaufhaltsam
in seinen Bann und zerreißt die Stille, die die Opfer sexueller
Gewalt sonst so oft umgibt".
Zitty Berlin, das Hauptstadtmagazin
"Jan Schmitts Film ist ein (formal unaufregend
und unaufgeregtes) erschütterndes Plädoyer gegen das
Wegsehen und Schweigen, eine nie polemische Anklage gegen familiäres
und gesellschaftliches Versagen."
RBB Kulturradio
"Bei der Uraufführung in Bremerhaven setzte
der Film bei den Zuschauern zum Teil extreme Emotionen frei. Und
je häufiger Schmitt mit anderen darüber redete, umso
mehr wurde ihm die gesellschaftliche Brisanz des Themas deutlich.
„Opfern sexueller Gewalt wird die Empathie verweigert“,
sagt er. „Den Tätern fehlt das Mitgefühl, der
Gesellschaft auch."
Nordsee-Zeitung
"Worin liegt der Sinn, ein Leben, die schönen
und die schwarzen Momente, noch einmal aufzurollen? Hat nicht
die Hauptfigur einen endgültigen Schlusspunkt gesetzt und
gewollt?"
Filmdienst, katholische Presse
"Schmitts klug konstruierter Film entfaltet
einen gewaltigen emotionalen Sog. Dem Zuschauer kommt die Ungeheuerlichkeit
des Vergangenen ganz nah, ohne dass er zum Voyeur gemacht oder
agitiert würde. Authentizität und Stilisierung sind
vorsichtig austariert."
Tip Berlin
"Der Film erzählt, wie eine junge Seele
gebrochen wird und von den aufgezwungenen Schuldgefühlen,
die das Leben der Wehrlosen zerstören."
Tagesspiegel
"Jan Schmitts Film ist aufwühlend und
mutig, greift er mit seiner Geschichte doch nicht nur die heilige
Kuh Familie, sondern auch noch die Kirche an. Es ist ein wichtiger
Film, weil er das Schweigen über sexuellen Missbrauch bricht
und sich mit den Folgen auseinan-dersetzt. Darüber hinaus
macht er deutlich, wie sehr Familiengeheimnisse weiterwirken und
die betroffenen Menschen schädigen können. (...)
Mit der Präsenz des Erzählers als einem Leidtragenden
des Systems, erinnert der Film an Dokumentarfilme wie Malte
Ludins "2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß"
über die totgeschwiegene NS-Vergangenheit einer Familie oder
Jonathan Caouettes aufwühlende Dokumentation "Tarnation".
Doch bleibt Jan Schmitts Ton dabei viel leiser, sensibler."
Weser-Kurier
"Es klingt einigermaßen unwahrscheinlich, aber so war
es: Jan Schmitt hat Suzanne von Borsody, August Diehl und Meret
Becker einfach gefragt, ob sie an seinem Film mitarbeiten wollen
- und die drei vielbe-schäftigten Schauspieler haben
alle ja gesagt. Von Borsody war die Erste, denn das Thema hatte
sie berührt. Das merkt man an der Art und Weise, wie sie
Briefen und Tagebuchaufzeichnungen ihre Stimme gibt. (...) Schmitts
Film ist eine Spurensuche, die auch die therapeutische Odyssee
eines Missbrauchsopfers zeigt - und die Linie eines unbewältigten
Traumas, das auch die Nachkommen prägt."
Frankfurter Allgemeine Zeitung
"Jan Schmitt baut seinen Film dramaturgisch geschickt als
eine Spurensuche auf, in der wie in einer Kriminalgeschichte immer
mehr enthüllt wird. (...) Seine Mutter wurde von früher
Kindheit an sukzessive von mehreren Tätern missbraucht, und
der Film zeigt auf schmerzhaft eindrucksvolle Weise, wie verheerend
die seelischen Verletzungen solcher Taten sind. Dass einer der
Täter ein Jesuitenpater war, gibt dem Film zudem eine Aktualität.
(...) Solch ein verstörendes Werk hat es schwer auf dem Markt.
Dabei ist es ein guter Beleg für die These, dass das Persönliche
auch immer das Politische ist."
Tageszeitung (taz)
"Unerträgliches bringt der Dokumentarfilm
ans Licht. Ebenso verstörend wie die Taten ist das Schweigen
von Familie und Kirche, welche das Unrecht ermöglichen."
hollyglade.com